Weiterer Hochwasserschutz im Dreiländereck vereinbart

19.03.2017

Flutungspolder Lenzer Wische kann für die Elbe 25 cm mehr an Sicherheit bringen

Vom Burgturm Lenzen aus nahmen die Umweltminister Jörg Vogelsänger (Brandenburg), Till Backhaus (Mecklenburg-Vorpommern), Stefan Wenzel (Niedersachsen) und Prignitz-Landrat Torsten Uhe (v. l.) das zukünftige Überschwemmungsgebiet in Augenschein. Foto: LK Prignitzzoom

Ein neues Hochwasserschutzgebiet entsteht in der Lenzer Wische. Die Vereinbarungen dazu unterzeichneten die Umweltminister von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen auf der Burg Lenzen am 17. März 2017. Das zukünftige Überschwemmungsgebiet umfasst 4400 Hektar und wird ein Fassungsvermögen von 80 Millionen Kubikmeter Wasser haben. Der größte Teil der Überschwemmungsflächen liegt in der Prignitz, ein kleinerer Teil im benachbarten Mecklenburg. Im Falle eines Extremhochwassers, wie es an der Elbe 2002 und 2013 zu verzeichnen war, würde es den Hochwasserscheitel um ca. 25. Zentimeter kappen und ein wesentliche Entlastung und mehr Sicherheit entlang der bebauten Ufer links und rechts der Elbe bis hin nach Geesthacht bringen. Schleswig-Holstein allerdings, das auch von dieser Hochwasserschutzmaßnahme profitieren würde, hält sich aus der Kofinanzierung des Projektes Flutungspolder Lenzer Wische heraus.

Avisiert sind insgesamt 43 Millionen Euro. Der Bund wird 60 Prozent der Kosten übernehmen, die drei beteiligten Länder dritteln ihre Anteile zu gleichen Teilen.

Als sehr solidarisch begrüßte Torsten Uhe, Landrat des Landkreise Prignitz, dieses Hochwasserschutzprojekt. Mit der Schaffung von Überflutungsflächen hätte die Prignitz am Bösen Ort bei Lenzen schon gute Erfahrungen gemacht. Er erinnerte daran, dass dieses Vorhaben trotz konträrer Ansichten nur in gemeinsamer Lösungssuche mit den Landwirten und Flächeneigentümern zu bewerkstelligen gewesen war. Gleiches Vorgehen mahnte er gegenüber den Umweltministern im Dreiländereck auch bei der Umsetzung der Flutungsflächen in der Lenzer Wische an.

Das Projekt soll bis 2022 umgesetzt werden. Die Gelder werden u. a. für Eignungsprüfungen und Planvarianten, für Hydraulikstudien, Bodenuntersuchungen und Deichzustandsanalysen eingesetzt. 

Zufriedene Gesichter, denn ein gutes Hochwasserschutzprojekt wurde auf den Weg gebracht: Christian Steinkopf (Bürgermeister Lenzen), Stefan Wenzel (Umweltminister Niedersachsen), Torsten Uhe (Landrat Prignitz), Klaus-Jürgen Borrmann (Bürgermeister Lenzerwische) Jörg Vogelsänger (Umweltminister Brandenburg), Susanne Gerstner (Burg Lenzen) und Till Backhaus (Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern). Foto: Lkprzoom

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