Gold für Zeitschätze in der Prignitz

09.07.2018

Riesenehre für das Projekt „Zeitschätze Prignitz“: Die gekonnte Verknüpfung aus Kultur, Erlebnis und Geschichte wurde mit Gold von der IHK Potsdam im Wettbewerb „Region Zukunft 2018“ prämiert.

Pressebild: https://communication.meeco.net/press/prignitzzoom

Bei dem Wettbewerb zur Stärkung des ländlichen Raums wurde das Projekt zu einem der Sieger gekürt. Ziel der fortlaufenden Aktion ist es, die „Zeitschätze Prignitz“ mithilfe des gleichnamigen Arbeitskreises sowohl archäologisch und museal als auch touristisch zu erschließen, um zur regionalen Entwicklung und Identifikation beizutragen und die Prignitzer Historie für Gäste erlebbar zu machen. Hintergrund des Wettbewerbs sind die großen Herausforderungen, vor denen Brandenburg steht, wie zum Beispiel der demografische Wandel, Infrastrukturdefizite und der Fachkräftemangel. Die IHK Potsdam fördert daher mit der Auszeichnung Projekte, die zur Stärkung der Wirtschaft beitragen. Auf der Preisverleihung wurden 20 Projekte geehrt. „Die ‚Zeitschätze‘ überzeugten uns durch die Professionalität der Vermarktung, die Verknüpfung von Regionalgeschichte und Archäologie, von Erlebnis und Bildung. So spricht es Touristen und Einheimische, besonders Schüler, gleichsam an. Für uns ein beispielgebendes Projekt“, begründet Bärbel Röhncke, Vize-Präsidentin der IHK Potsdam die Prämierung.

Die Prignitz weist eine außergewöhnlich hohe Dichte an historischen Schätzen auf – über 4.000archäologische Fundstellen sind bislang bekannt. Knapp 1.000 von ihnen sind als Bodendenkmale gesetzlich geschützt. Im Jahr 2016 wurde das Prignitzer Königsgrab bei Seddin als erstes Grabungsschutzgebiet des Landes Brandenburg ausgewiesen. Mit der Ausweisung wurde nicht nur das herausragende archäologische Erbe in diesem Gebiet gesichert, sondern es konnte auch die museale und touristische Erschließung des Königsgrabes fortgesetzt werden. Insgesamt sechs archäologische Orte, die sogenannten „Zeitschätze Prignitz“ sind als herausragend definiert worden. Sie bieten ein besonders großes touristisches Potential und sind ausgrabungsgeschichtliche Highlights von nationalem und sogar internationalem Rang. So sind unter anderem der Archäologische Park Freyenstein sowie die Aussichts- und Gedenkplattform des Schlachtfeldes 1636 bei Wittstock Bestandteil des einzigartigen Projekts. „Ziel des Projektes ist es, die zentralen archäologischen Orte mit der fachlichen Unterstützung durch das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und das Archäologischen Landesmuseum sowie die Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin als auch die regionalen Partner zu einem Netzwerk national und landesgeschichtlich bedeutender Bodendenkmale der Prignitz auszubauen. Sie sollen sowohl archäologisch und museal als auch touristisch erschlossen werden, um zur regionalen Entwicklung und Identifikation beizutragen und um Geschichte und Geschichten für den Gast erlebbar zu machen“, erklärt Jeannette Küther, Projektleiterin beim Tourismusverband Prignitz e.V. Dieses Vorhaben kommt dabei nicht nur bei Touristen gut an: „Auch Einheimische machen sich auf die Spur und erkunden die eigene Heimat mit unseren Materialien, beispielsweise der hochwertigen Broschüre ‚Zeitschätze Prignitz‘, die anhand von Sagen, Erzählungen und Mythen den Reiz und das Geheimnis der Zeitschätze deutlich macht“,so Küther.

Langfristiges Ziel ist es, die „Zeitschätze Prignitz“ für den Gast vor Ort touristisch erlebbar zu gestalten. Dahingehend sind schon erste Projekte realisiert worden, beispielsweise im Radwegenetz der Prignitz. „Alle sechs ‚Zeitschätze Prignitz‘ liegen an den Radwegen, teilweise sogar direkt an unseren Knotenpunkten. So sind sie besonders einfach zu finden und können auch Bestandteil eines schönen Radausflugs sein“, erzählt Carola Krakow, Radwegekoordinatorin des Tourismusverbandes Prignitz e.V. Um die Sehenswürdigkeiten entlang der Prignitzer Radwege zu erkunden, hat der Tourismusverband anhand des Knotenpunktsystems 16 thematische Radtouren zusammengestellt, die unterschiedliche Facetten der weiten Landschaft und langen Geschichte der Region zeigen. „Vier Touren widmen sich speziell den ‚Zeitschätzen’, beispielsweise unter dem Motto ‚Sanfte Riesen’ der Burg Lenzen und dem sagenumwobenen Großsteingrab Mellen“, erläutert Krakow.

Die Arbeiten der Archäologen in der Prignitz sind längst nicht abgeschlossen.

Der „Zeitschatz“ Königsgrab Seddin und die umgebende Rituallandschaft stehen mit einer Forschungsgrabung in den „Wickboldschen Tannen“ zurzeit im Fokus der Archäologen, denn dort befindet sich in Sichtweite des Königsgrabs ein weiteres Hügelgräberfeld. Wer möchte, kann den Experten live über die Schulter schauen: Am Dienstag, den 10. Juli, findet 16 Uhr eine Führung in den „Wickboldschen Tannen“ statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Wickboldschen Tannen erreicht man von Kreuzburg kommend kurz vor der Ortschaft

Seddin linker Hand entlang eines befestigten Landwirtschaftsweges. Die Einfahrt wird an diesem Tag

ausgeschildert.

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