Landkreis und Kommunen sind enger zusammengerückt

01.08.2018

Landrat Torsten Uhe zieht „Halbzeit“-Bilanz an exponierter Stätte in Meyenburg

An denkwürdiger Stätte: Hier im Meyenburger Möbelwerk sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) am 1. November 2017 die Kreisgebietsreform ab. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Nicht im Landratsamt in Perleberg, sondern an  exponierter Stelle in Meyenburg zog Verwaltungschef Torsten Uhe am 1. August 2018 Halbzeit-Bilanz. Vor genau vier Jahren begann seine achtjährige Amtszeit als Landrat. Uhe ist der erste Landrat in Brandenburg, der von den Bürgern des Kreises im ersten Wahlgang (also ohne Stichwahl)  direkt gewählt wurde. Die nördlichste Stadt der Prignitz ist bewusst so gewählt worden, fiel doch hier auf dem Parkplatz des Meyenburger Möbelwerkes eine historische Entscheidung: die Absage der Kreisgebietsreform am 01.11.2017 durch Ministerpräsident Dietmar Woidke. Das Thema hat die Verwaltung und ihre Mitarbeiter gut drei Jahre beschäftigt und geprägt. Deshalb kehrte Uhe gern an diesen Ort zurück, um seine Wahlversprechen zu bilanzieren und einen Ausblick darauf zu geben, was in den nächsten vier Jahren noch zu tun ist.

„Die Landesregierung war dabei, Regionen gegeneinander zu stellen und zu spalten“, erinnerte Uhe an die höchst umstrittene Reform, die für den Landkreis mit die größte Herausforderung der letzten Jahre darstellte. Etwas Gutes hat dieser Reformansatz letztlich doch gebracht, konstatierte er: Kommunen und Landkreis sind enger zusammengerückt. Gleichzeitig konnte sich Innenminister Schröter über einen sehr modernen Verwaltungscampus in Perleberg überzeugen.

In mehr als 70 Unternehmen, hier bei Ayanda in Falkenhagen, suchte Landrat Torsten Uhe den direkten Kontakt zur regionalen Wirtschaft. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Von der Flüchtlingswelle ab Herbst 2015 blieb auch der Landkreis Prignitz nicht verschont. Es galt innerhalb weniger Tage, manchmal waren es auch nur Stunden, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Durch die gute Zusammenarbeit aller Akteure gelang es in der Prignitz, diese Menschen fast ausschließlich in Wohnungen unterzubringen. Hier nahm die Prignitz eine Sonderstellung im Land Brandenburg ein. „Wir mussten nicht Steuergelder in die Hand nehmen, um große Heime zu bauen, die heute schon wieder leer stehen würden. Wir nutzten freien Wohnraum, so konnte auch die hiesige Wohnungswirtschaft gestärkt werden“ resümierte Uhe.

Er nutzte die Gelegenheit, in diesem Zusammenhang den ehrenamtlichen Helfern, den Kommunen, den Vermietern und den Mitarbeitern der Kreisverwaltung ausdrücklich zu danken.

Liegt dem Landrat besonders am Herzen: Würdigung des Ehrenamtes durch die Verleihung des Prignitzer Bürgerpreises seit 2015. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Ein wichtiges Bilanzthema war für Uhe die Konsolidierung der Kreisfinanzen. Im Oktober 2017 bescheinigte das Innenministerium dem Landkreis die Wiedererlangung der dauernden Leistungsfähigkeit und zum 01.01.2018 konnte die Kreisumlage um drei Prozentpunkte gesenkt werden, verdeutlichte Landrat Uhe. Nicht nur so steht den Kommunen mehr Geld zur Verfügung. Seit 2014 werden sie zum Beispiel auch dadurch entlastet, dass der Kreis jährlich 75 Prozent der Kosten für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners übernimmt und über das Kreisausgleichbudget von 2015 bis 2017 den Kommunen insgesamt 3,3 Millionen Euro zur Verfügung stellte.

Großen Stellwert legte und legt der Landrat auf die Würdigung des Ehrenamtes. Seit 2015 vergeben die Sparkasse Prignitz und der Landkreis alljährlich den Prignitzer Bürgerpreis.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat seine Hausaufgaben gemacht und ist fertig mit der A 14 – ein noch immer leidliches Thema für Brandenburg und die Unternehmen der Prignitz. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Als weitere Schwerpunkte seiner Arbeit hob Uhe die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft hervor. Mehr als 70 Unternehmen hat er mittlerweile besucht. Darüber hinaus organisiert der Verwaltungschef jährlich ein Unternehmensgespräch. Hier lädt Uhe Geschäftsführer aus dem Landkreis zu einem Gedankenaustausch nicht in der Kreisverwaltung, sondern immer in einem anderen Unternehmen ein. Im letzten Jahr war es der Landwirtschaftsbetrieb Teickner  in Gumtow, in diesem Jahr trifft man sich in Lenzen. Auch in Meyenburg, Wolfshagen und Perleberg fanden diese Treffen schon statt. Diese bilden eine weitere Gelegenheit, sich über Branchen hinweg  kennenzulernen und auszutauschen.

Schwerpunkte der „zweiten Halbzeit“ seiner Amtszeit sieht Uhe insbesondere in der Forcierung des Ausbaus der A 14 und des Breitbandnetzes sowie der Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit, zum Beispiel bei der Übernahme der Antragstellung für Fördermittel zum Ausbau des überregionalen Radwegenetzes in der Prignitz.

Torsten Uhe dankte dem Kreistag für die lösungsorientierte und sachbezogene Zusammenarbeit, den Mitarbeitern der Kreisverwaltung und all jenen, die ihn in den letzten Jahren unterstützt haben.

© Landkreis Prignitz 


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