Konstruktives Zusammenspiel

11.03.2019

Landkreis verbessert Management zur Tierseuchenbekämpfung

Für die Tierseuchenübung wurde ein Szenario von der Ortung bis zur Bergung eines "infizierten" Schweines geprobt. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Der Landkreis Prignitz arbeitet weiter an der Vorbereitung der Bekämpfung eines möglichen Schweinepestausbruchs. „Akut besteht kein aktueller Anlass zum Handeln, aber mit der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest muss jederzeit gerechnet werden“, so Amtstierärztin Sabine Kramer. Gemeinsam mit der Gemeinde Groß Pankow, dem Amt Putlitz-Berge und der Task Force des Landes Brandenburg führte der Landkreis Prignitz am Mittwoch die Tierseuchenübung „Lenzmond“ durch. Im Raum Groß Pankow und Putlitz-Berge wurde ein Übungsszenario entworfen, um die praktische Vorgehensweise von der Entdeckung und Bergung eines infizierten Wildschweines über die Einrichtung von Restriktionsgebieten bis hin zur aktiven Suche verendeter Tiere zu erörtern und zu üben.

Involviert in diese Tagesübung waren neben den beiden Kommunen u.a. das Katasteramt, der Sachbereich Brand- und Katastrophenschutz, die Jagdbehörde, die Veterinäraufsicht, Mitarbeiter des IT-Bereiches  sowie der ehrenamtliche Jagdberater des Landkreises. „Jeder kennt seine Aufgaben, aber das Zusammenspiel zu koordinieren, muss schon einmal geübt werden“, so Sabine Kramer. Dafür lieferte „Lenzmond“ wertvolle Einsichten und Ergebnisse für alle Beteiligten.

So ging es zum Beispiel um die genaue Erfassung des Fundortes von infizierten Schweinen mit verschiedenen Messtechniken wie GPS, die entscheidend für den weiteren Handlungsablauf und die Aktivierung von Kräften und Helfern sind. Hier konnte sich das eingesetzte Geoinformationssystem des Landkreises Prignitz sehr gut bewähren.

Weitere praktische Fragen wie das Bergen der Tiere in schwer zugänglichen Gebieten, das Absperren der Kernzone, das Akquirieren von zusätzlichem Personal oder das Einrichten stationärer Sammelstellen im Verbund mit mobilen Lösungen, um Transportwege zu vermeiden, spielten an diesem Tag eine große Rolle.

„Die Übung ist äußerst konstruktiv verlaufen“, so die Wertung der Amtstierärztin. Das Verständnis und das Zusammenwirken der verschiedenen Bereiche und Institutionen habe sehr gut geklappt. Äußerst förderlich waren die Anregungen und Erfahrungen der Vertreter der Ordnungsämter, die praktikable Ideen zum Beispiel bei der Fallwildsuche einbrachten.

Bereits erarbeitet wurde eine Übersicht zu Parkplätzen an Bundes- und Landes- aber auch an kommunalen Straßen, die der Sachbereich Veterinäraufsicht und Verbraucherschutz erörterte. Gerade hier sei die Gefahr gegeben, dass zum Beispiel durch Fernfahrer die Afrikanische Schweinepest eingeschleppt werden könnte. Unter anderem wird der Landkreis den Kommunen wetterfeste Hinweisschilder zur Entsorgung von Abfällen zur Verfügung stellen.

Dr. Ulf Klaaß von der Task Force zeigte sich positiv überrascht davon, wie vorausschauend und konkret der Landkreis mit seinen Partnern einem möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinpest begegnen kann. „Von diesen Vorbereitungen könnten auch andere Kreise profitieren“, sagte er.

© Landkreis Prignitz 


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